Überforderung trotz(t) Unterförderung

Allgemeine Ausdauerfähigkeit, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Dehnfähigkeit, Koordination können durch gezielte Proben verbessert werden. Die Verletzungsgefahr sinkt, die Leistungsfähigkeit steigt und damit auch die Freude an der Selbstausbeutung.

Frei auf Bewährung, oder: Warum wir im ON zu viel zum Sterben und im OFF zu wenig zum Leben haben...

Zu Beginn ist eine 5- bis 10-minütige Einführung wichtig, um den Körper an die folgende Belastung zu gewöhnen. Wir treten zunächst auf der Stelle, die Arme schwingen mit, wechseln dann aus dem Treten heraus zu lockeren Umsteigesprüngen, indem wir unsere Füße zusammenschließen und aus der Hüfte heraus abwechselnd nach links und nicht zu weit nach rechts springen.

Positionierung abseits von Stadttheater-simulation und pseudopostdramatischer Selbstreflexionsironie, sowie von Kunst-pathos und Zuschauersegmentspeziali-sierung. (Abseits wird in dem Fall nicht gepfiffen)

Für das Konstituieren regionaler Identitäten ideal geeignet: Wir führen abwechselnd den rechten Fuß zur linken Hand, dann umgekehrt den linken Fuß zur rechten Hand, das regt die spartenübergreifende Vernetzung an und hilft beim Auffinden von Synergieeffekten. Danach hinter dem Gesäß den rechten Fuß zur linken Hand und ebenso den linken Fuß zur rechten Hand. Wir wiederholen die Bewegungen im lockeren Wechsel, aber dennoch eher flott, einige Minuten lang. Eventuell mit Knopfharmonikabegleitung.

Risiko des Versuchs nicht zu scheitern – Risiko des Etwaswollens (im Bereich des Möglichen)

Anschließend folgt das eigentliche Training. Wir beachten dabei, dass wir die Dauer und Intensität nur langsam steigern und immer kräftig ein- und ausatmen! Wir laufen im Kreis (soweit es die Größe des Probenraums zulässt) und ziehen die Knie im Wechsel zum entgegen gesetzten Ellenbogen. (siehe Bild) Jede Seite sollte mehrmals ca. 6 - 12 Mal wiederholt werden, nicht nur jene in Richtung Zuschauer. Dann stellen wir uns mit hüftbreit geöffneten Beinen in Hockeposition und machen einen Strecksprung. Dabei schließen wir die Beine und landen anschließend wieder in der Ausgangsposition, also dort, wo wir schon mal waren. Wiederholung des Strecksprungs 3 - 6 Mal, bis uns die Aussichtslosigkeit unseres Unterfangens bewusst wird. Dann pressen wir beide Beine fest auf den Boden (10-15 sec.). Schließlich lockern wir die Beine aus und probieren die Szene erneut.

Der Schauspieler braucht den Regisseur nicht, der Regisseur braucht den Dramaturgen nicht, der Dramaturg braucht den Schauspieler nicht (und jetzt bitte alles gendern)

Regelmäßige Kräftigung beugt Haltungsfehlern vor und hilft der Behauptung. Wir führen die folgenden Bewegungen langsam durch und achten auf eine ruhige und gleichmäßige Atmung: Wir positionieren uns. Die Haltung soll spannend sein. Die Spannung sollte 5 - 10 Sekunden gehalten werden. Das Training beginnt mit dem Liegestützler. Wir stützen uns im Vierfüßlerstand auf Händen und Knien ab, die Füße zum Po. Nun schieben wir unseren Oberkörper nach vorne in den Liegestütz. Die Arme 6 - 12 Mal beugen, kurz wird entspannt und dann alles wiederholt.

Versuch eines eigenen komplexen Weltbildentwurfs um Plastizität, Sinn, Tiefe, Elastizität und Sinnlichkeit zu erhöhen und damit den Gegenwärtigkeitsgrad der Geschichte, die erzählt wird, der Situation, die beschrieben wird, des Menschen, der gezeigt wird und der Sprache, mit der man sich ausdrückt.

Dafür legen wir uns auf den Rücken. Die Arme seitlich am Körper. Wir beugen die Beine bis ein rechter Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel entsteht. Nun heben wir den Po langsam an und halten die Position – dann wieder absenken auf den Boden der Tatsachen, aber mit der Erfahrung, dass es auch anders geht. Wiederholung des Polifters 6 - 12 Mal, bis es weh tut.

Jedes Projekt verlangt spezifische Forschung (Translationsmethode, Multiperspektivität, Erzählstruktur…). Was sucht die Werkstatt im Labor?

Zur Förderung von Koordination und Reaktionsfähigkeit wird folgendes probiert: Wir stellen uns auf das rechte Bein. Das linke malt eine Acht in die Luft, aber nur 95 % der Acht werden ausgeführt, der Rest der Bewegung wird einbehalten. Dieser Vorgang wird mehrmals mit beiden Beinen für 10 - 20 Sekunden durchgeführt. Wer das schafft, probiert es auch mit geschlossenen Augen. Mit geschlossenen Augen kann der Achter vollständig in die Luft gemalt werden. Als Variante den Achter waagrecht malen für die Ewigkeit.

Eitelkeit im Fegefeuer von Situation und Behauptung

Ein Stock oder Stab wird in die rechte Hand genommen, der linke Fuß nach vorne gestellt, das Gewicht gleichmäßig zwischen linker Fußsohle und rechtem Fußballen verteilt. Der Stock wird neben den linken Fuß gestellt. Der Bruch wird neben das Pathos gestellt. Rechtes Knie wird gebeugt obwohl es eigentlich gestreckt bleibt. Den Oberkörper halten wir dabei gerade, das linke Knie bleibt bei der Beugung über dem linken Fuß. Wiederholungen: 10–15 pro Bein. In völlig untrainiertem Zustand kann dazwischen einmal so getan werden, als ob.

Rhythmus ist Handwerk, Wiederholbarkeit ist (eine) Kunst und rhythmisches Wiederholen ist Sex

Ein Balanceakt - Aufrecht stehen, Stöcke mit gestreckten Armen neben den Körper halten. Schwerpunktverschiebung - Wir verlagern das Gewicht auf den rechten Fuß und heben den linken Fuß an. Konsequenz - wird 10 Atemzüge lang gehalten. Risikoakzeptanz - Das Becken darf nicht zur Seite kippen. Wiederherstellbarkeit - 2–3 Mal pro Bein. Geschützt, nicht abgesichert - Bei unsicherem Stand werden die Stöcke aufgestellt. Dann werfen wir alles um. Es geht auch anders.

Nicht jeder muss Klavier lernen

Nach der Belastung wollen die Muskeln nun auch entspannt werden. Das macht weniger anfällig für Verletzungen und hilft beim Setzen von Brüchen. Wir setzen uns mit weit geöffneten Beinen und Augen auf den Boden – Pause – Stille. Die Beine sind durchgestreckt und die Zehen angezogen. Wir beugen den Oberkörper nach vorne und betrachten die Welt aus dieser Perspektive. Wir halten den Blickwinkel für 10 - 20 Sekunden. Kurz wird entspannt und dann wird alles noch mal mit dem Oberkörper nach links und rechts geneigt durchgeführt.

Es ist nur Theater

Deshalb legen wir uns lang ausgestreckt auf den Rücken: Die Arme ziehen nach oben und die Beine nach unten. Wir atmen tief ein und aus. Zwischendurch wird entspannt und danach 3 - 6 Mal wiederholt. So wird der ganze Körper gedehnt.
Und jetzt raus auf die freie Piste…
Nach dem Einkehrschwung folgt ein ausführlicher Tätigkeitsbericht.

Und jetzt für die Fördergeber:

t’eig

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- »tHEATER eINE iNTERESSENgEMEINSCHAFT«

t’eig versteht sich als professionelles, site-spezifisches, zeitgenössisches, der Diversität verpflichtetes und experimentelles Theater, das Themen und Texte entdeckt, (weiter)entwickelt, übersetzt und vorstellt. Das Team von t’eig hat seit seiner Gründung 2008 ein unverwechselbares eigenes Profil etabliert. Die Frage wie und mit welchen Mitteln man heute im Theater von uns Menschen und von den Blickwinkeln auf unsere Welt erzählen kann, ist dabei das Leitthema, das geprägt ist von einem kritisch-analytischen, oft politischen Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und der daraus folgenden Befragung der Formen einer zeitgemäßen Realisierung der Inszenierung, Spielweise und Bühnenästhetik. t’eig entfaltet seine Tätigkeit als überparteiliches und überkonfessionelles Laboratorium, das auch im Dialog mit anderen Disziplinen und Kontexten stets an der Entwicklung einer spezifischen Theatersprache arbeitet. Ein potentielles Publikum wird dabei aber nicht aus den Augen verloren, weshalb sich die Produktionen von t’eig durchgängig an Menschen von 14 bis 99 Jahren richten und es zu jedem Projekt ein eigens entwickeltes Vermittlungsprogramm gibt. Je nach Anforderungen der Produktion wird ein professionelles Künstler*innen-Team zusammengestellt oder mit Persönlichkeiten ergänzt, die inhaltlich, künstlerisch oder als (Alltags)Expert*innen projektrelevante Impulse liefern. Das Zusammenspiel aller Beteiligten bildet dann jeweils die theatrale Interessengemeinschaft „im Interesse des Theaters“.

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