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DNA

Dennis Kelly - ÖEA
Ort:

schriftÖSTERREICHISCHE ERSTAUFFÜHRUNG 

Wenn alles dicht hält, ist der Druck am höchsten. Aber wenn es dunkel wird, werden die Spuren sichtbar.

dna

Es war schließlich nur Spaß: das Blätter-Essen, die Schläge, das Zigaretten-Ausdrücken. Er hat selbst dabei gelacht. Schließlich haben sie ihn gezwungen auf dem schmalen Gitter über den Abgrund zu balancieren. Nur aus Spaß – bis er in die Tiefe stürzte.
Um ihre Mitschuld zu vertuschen, entwerfen die Jugendlichen das Profil eines imaginären Täters. Sie haben genug CSI-Folgen gesehen, um sich bestens damit auszukennen, wie man genetische Spuren verwischt und falsche Fährten legt. Man hat alles im Griff – doch plötzlich nimmt das Fiktive Gestalt an. Freundschaft taugt nur mehr als Erpressungsmittel und das Gewissen wird zur alles überschreienden Stimme.
Ein Psychothriller aus Horror, Mystery, schwarzem Humor und griechischer Tragödie, der die Nerven blank legt und die Fragen nach (Mit)Schuld, Moral, Individualität und Gemeinschaft auf schonungslose und ungewöhnliche Weise stellt.

eine Koproduktion mit dem TaO!-Graz

Mitwirkende:

TaO!

TaO!-Theater am Ortweinplatz 1, 8010 Graz
Tel: 0316 | 846094
Fax: 0316| 846094-15
Mail: office@tao-graz.at
Web: www.tao-graz.at

tao

Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Straßenbahn: 4 bzw. 5 (H) Finanzamt

DNA-Ensemble

Leonie Bramberger
Julia Degen
Sofia Falzberger
Pedro Groß
Julia Jakob
Philippe André Ledun
Manuel Paß
Elisabeth Wabitsch
Max Wagner
Constanze Winkler


Thomas Sobotka

geboren 1974 in Graz

Bis 1997 Aneignung umfassender Halbbildung
1998 bis 2002 Theaterausbildung in Graz und Wien (Diplom: 2002)

Engagements als freier Regisseur und Schauspieler bei Schauspielhaus Graz, Oerol Festival, Literaturhaus Graz, theater mundwerk, steirischer herbst, Theater am Ortweinplatz, Macht/schule/theater, La Strada, Toihaus Salzburg, Theater im Keller, quadrama, Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz 2003, TAG, Kulturzentrum bei den Minoriten, uniT, schauPLATZgraz, u.a.

2003 – 2006 Regieassistenz mit Spielverpflichtung am Schauspielhaus Graz. Zusammenarbeit u.a. mit Cornelia Crombholz, Marc von Henning, Jürgen Bosse, Friederike Heller, Gian Manuel Rau, Theater im Bahnhof, Elisabeth Gabriel, Cihan Inan.

2008 Gründung von t’eig.

2012 bm:ukk: outstanding artist award - Darstellende Kunst


Produktionen

Inszenierungen:

2018

fAUSt und vorbei
J.W. Goethe
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Nachtasyl
nach Maxim Gorki
Textbeitrag: Johannes Schrettle
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Plan B - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Wolfgang Bauer
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Raphael Meinhart
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Warten auf Godot
Samuel Beckett
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Severin Steinhöfel
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Passion - Uraufführung
Textbeitrag: Sophie Reyer
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2016

philoktet
Heiner Müller
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Oliver Majstorovic

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ödön von Horváth
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Thomas Petritsch (Effi)

Die Welt ist ein Dorf - Uraufführung
Weiterentwicklung von "Das Dorf" (s.u.)
Ausstattung: Markus Boxler
Expeditie beim Oerol Festival in Terschelling/NL

Schönste Zeit - Uraufführung
Support: Karin Gschiel
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2015

3schWESTERN - Uraufführung der Textfassung
Anton Tschechow
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Luka Sulzer

PiNOCCHiO - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Papa Steph and his Brass Band

h'amlet - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.15
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Hell-Sing-Chor

2014

NESTORY - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: The Devil's Empire

Das DORF - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ronald Wenzel
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Woyzeck live
Georg Büchner
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2013

Auf dem Land
Martin Crimp
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BARBAREN! - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.14
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Oliver Majstorovic, Makki (Daniela Riedl)
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Klassen Feind-oldschool
Nigel Williams
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Birgit Prutsch
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2012

Multiverse - Uraufführung
oder: "Ich weiß nicht, ob ich ein besserer Schauspieler geworden wäre, wenn ich mehr Regisseure wie mich gehabt hätte"
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.13
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BAAL
Bertolt Brecht
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: air rapide
Dramaturgie: Alexandra Rollett

DNA - Österreichische Erstaufführung
Dennis Kelly
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2011

Eskalation ordinär
Werner Schwab
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.12
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ivory Parker
Dramaturgie: Alexandra Rollett

APOKALYPSE - Uraufführung
nach der Offenbarung des Johannes
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Emilia G.
nach G. E. Lessing
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2010

Der Kissenmann
Martin McDonagh
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

heimweh - "Erdäpfel-Brezn-Supp'n kann ich mir überall machen!" - Uraufführung
Ausstattung: Irene Edenhofer-Welzl

heldInnen
nach dem Stück „helden“ von Ewald Palmetshofer
und einem Stück Realität von 5heldInnen
- STELLA11: Herausragende Produktion für Jugendliche
- bestOFFstyria 2.10 - "Preis der Jury"
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2009

Remember tser0 - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.10
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Fischer und seine Frau - Uraufführung
nach den Hausmärchen der Gebrüder Grimm
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

brick in the wAll - Uraufführung
- Gewinner von bestOFFstyria 2.9
Bühne: Bernhard Bauer
Kostüme: Eva Andersch-Hartner
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2008

Ledergfrieß – unplugged
nach Helmut Krausser
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.9
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Geizige
Molière

Der Nudelfresser - Österreichische Erstaufführung
Wilfried Happel
Ausstattung: Christina Weber
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2007

Herr der Fliegen - Uraufführung
nach William Golding
Co-Regie: Karin Gschiel

Komödie der Irrungen
William Shakespeare

Mensch Maja - Uraufführung
nach KIDS von Larry Clark
Co-Regie: Karin Gschiel

2006

Was ihr wollt
William Shakespeare
Co-Regie: Susanne Lipinski

Sauschneidn (szenische Skizze)
Ewald Palmetshofer
Ausstattung: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Tabea Tangerding

2005

Quartett
Heiner Müller
Bühne: Christian Pölzler
Kostüme: Elisabeth Perteneder
Dramaturgie: Tabea Tangerding

bis 2004

ARTig
nach Yasmina Reza

Berg der Erinnerungen - Eröffnung Graz 2003

vier.frau(en)
TRANCE.zendent

Bedroom Farce
nach Alan Ayckbourn


Markus Boxler

geboren 1973 in Wertingen (Deutschland)

1997 – 2001 Studium der Bühnengestaltung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz (Diplom Bühnen- und Kostümgestaltung: 2001)

1998 – 2008 verschiedene Bühnenbild- und Kostümassistenzen, u. a. an folgenden Spielstätten: Schauspielhaus Graz; Palace of Arts Budapest; Oper Graz; Haydnfestspiele Eisenstadt; Opéra-Théâtre de Metz; Staatsoper Dresden; Nibelungenfestspiele Worms; Ruhrfestspiele Recklinghausen; Théâtre National du Luxembourg; Théâtre du Châtelet Paris

Seit 2001 als freischaffender Ausstatter und Bühnenbildner tätig, u. a. in Zusammenarbeit mit den Regisseur*innen Friederike Czeloth („Fräulein Else“, „Effi Briest“ und „Penthesilea“, Schauspielhaus Graz), Franz Wittenbrink („Nix wie weg“, Schauspielhaus Graz), Hannes Hirth („Die Zeitreise“ und „Die Olchis und die Teufelshöhle“, Kinderfestspiele Giebelstadt) und Adrian Schvarzstein („Seasons“, Cirque Noël Graz).


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei
Ausstattung

Nachtasyl
Ausstattung

Plan B
Ausstattung

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Ausstattung

Warten auf Godot
Ausstattung

Passion
Ausstattung

2016

philoktet
Ausstattung

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ausstattung

Die Welt ist ein Dorf
Ausstattung / Betreuung

Schönste Zeit
Ausstattung

2015

3schWESTERN
Ausstattung

PiNOCCHiO
Ausstattung

h'amlet
Ausstattung

2014

NESTORY
Ausstattung

Das DORF
Ausstattung / Performance

Woyzeck live
Ausstattung

2013

Auf dem Land
Ausstattung

BARBAREN!
Ausstattung

Klassen Feind - oldschool
Ausstattung

2012

MULTIVERSE
Ausstattung

BAAL
Ausstattung

DNA
Ausstattung

2011

ESKALATION ORDINÄR
Ausstattung

APOKALYPSE
Ausstattung

Emilia G.
Ausstattung

2010

Der Kissenmann
Ausstattung

heldInnen
Ausstattung

2009

Remember tser0
Ausstattung

2008

Ledergfrieß
Ausstattung


Alexandra Rollett

geboren 1978 in Graz

Studium Germanistik und Kunstgeschichte, Medienkundlicher Lehrgang an der Uni Graz.

Regie- und Dramaturgieassistenzen am Schauspielhaus Graz, Theater Phönix Linz und beim steirischen herbst. Hausdramaturgin am Theater Phönix Linz (2002-2005).
Mit Unterbrechungen seit 1999 Dramaturgin bei dramagraz / forum stadtpark theater.
Diverse Produktionen in der freien Szene Graz.
Uraufführungsbetreuung etlicher Stücke von Peter Handke, Elfriede Jelinek, Franzobel, Barbara Frischmuth, Kerstin Specht, Andreas Jungwirth, Margret Kreidl usw. Intensive Zusammenarbeit u. a. mit Händl Klaus, Ernst M. Binder, Harald Gebhartl und Georg Staudacher.

Weiters Regieassistenzen für Spiel- und Dokumentarfilme; Pressebetreuung und konzeptuelle Beratung diverser Grazer Musiker und Bands sowie bildender Künstler; Konzept und Gestaltung szenischer Lesungen und Installationen (Schauspielhaus Graz, Forum Stadtpark); Veröffentlichungen in div. Feuilletonmagazinen.


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei
dramaturgische Mitarbeit - outside eye

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
dramaturgische Mitarbeit - outside eye

2014

Das DORF
Dramaturgie

Woyzeck live
Dramaturgie

2013

Auf dem Land
Dramaturgie

BARBAREN!
Dramaturgie

Klassen Feind - oldschool
Dramaturgie

2012

MULTIVERSE
Dramaturgie

BAAL
Dramaturgie

DNA
Dramaturgie

2011

ESKALATION ORDINÄR
Dramaturgie

APOKALYPSE
Dramaturgie

Emilia G.
Dramaturgie

2010

Der Kissenmann
Dramaturgie

heldInnen
Dramaturgie

2009

Remember tser0
Dramaturgie

2008

Ledergfrieß
Dramaturgie


Eugen Schöberl

geboren 1975 in Graz

Diplom an der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Graz.

Seit 1995 freiberufliche Tätigkeit als Lichtgestalter im Theater- und Eventbereich.

Seit 2007 verstärkte Beschäftigung mit Licht und Raum im Architekturbereich.
U. a. als Lehrbeauftragter am Institut für Raumgestaltung an der Technischen Universität in Graz und als freier Mitarbeiter im Lichtplanungsbüro VEDDER.LICHTMANAGEMENT

2010 Zertifizierung zum Lichtberater für Innenbeleuchtung (PLA)
2012 Gründung der gaft&onion ZT-KG


Produktionen

Haus- und Hof-Lichtdesigner von 2008 bis 2017


Karin Gschiel

geboren 1975 in Hartberg

1998 – 2003 Theater- und Medienorientierte Fächerkombination an der KF-Universität Graz.
ab 1999 dramatischer Unterricht.
2002 – 2004 Hochschullehrgang "Theatre Work in Social Fields" an der KF-Universität Graz mit schauspielrelevanten Modulen unter der Leitung von internationalen Lehrern (Abschluss: akademisch geprüfte Theaterpädagogin). Seither theaterpädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, älteren Menschen, psychisch kranken Menschen und StudentInnen.

Seit 2004: Theaterpädagogin im Theater am Ortweinplatz (TaO!)

2006 Schauspieldiplom durch die paritätische Prüfungskommission Wien.

2008 Gründung von t'eig.

Seit 2010: Theaterlehrerin im maturablen Fach "Bühnenspiel" im BORG Dreierschützengasse, Graz


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei

Nachtasyl

Plan B

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?

Warten auf Godot
Theaterpädagogik

Passion

2016

Geschichten aus dem Wiener Wald

Schönste Zeit
Support, Theaterpädagogik

2015

3schWESTERN

PiNOCCHiO

h'amlet

2014

NESTORY

Das DORF

Woyzeck live
Theaterpädagogik

2013

Auf dem Land

BARBAREN!
Theaterpädagogik

2012

MULTIVERSE

BAAL

DNA
Theaterpädagogik

2011

APOKALYPSE

Der Kissenmann

heldInnen
Theaterpädagogik

2009

Remember tser0

2008

Ledergfrieß


The Show must go on, das ist ganz klar das Motto, mit dem sich Dennis Kelly an den Schreibtisch gesetzt hat, um "DNA" zu schreiben. Und das wird von Thomas Sobotka und dem t'eig Team ganz wörtlich genommen. Mit Betonung auf Show und die Frühform dieses Genres: Einer hat das Mikro und die anderen tanzen nach seiner Pfeife oder im falschen Film aber auf jeden Fall immer die Treppen hinunter und wieder hinauf. Dahinter hat Kelly die ganz große Frage seines Dramas versteckt: Wer bist du Mensch - das Produkt deiner DNA, deiner schlechten Gesellschaft oder der Umstände, in denen du lebst? Lauter Irrtümer natürlich. Ja, es sind eben immer wieder die ganz großen Fragen, denen sich das Jugendtheater so im Vorbeigehen annimmt, da hilft auch die virtuose Ironisierung nichts. Und natürlich die Moral, die umso deutlicher hervortritt, je grausamer es wird: Wer bist du? Warst du schon immer ein Monster, oder bist du erst zu einem gemacht worden? Die unglaubliche, gelungene Inszenierung lässt das alles noch deutlicher hervortreten. Wer also Jugendstücke dieser Art schätzt, findet hier eine Umsetzung, die bei aller Abstraktion die Geschichte noch schärfer erkennbar macht, wer's nicht so mag hat trotzdem: geile Bilder, fast schon beklemmend sauberes Timing auf einer grandios einfachen Bühne und ein wirklich großartiges, großartig geführtes Ensemble.
Live-Kritik im Anschluss an die Vorstellung: Hermann Götz, Falter


Sie macht uns zu dem, was wir sind. Unsere DNA macht uns menschlich, zu einem Individuum. Und sie macht uns schuldfähig - das weiß jeder Fan von Krimi-Serien wie CSI.
Rund um einen Todesfall inszeniert auch Dennis Kelly sein Stück "DNA", das das Grazer t'eig Theater beim "spleen"-Festival in Graz zeigt.
"David muss man einfach verarschen!" Aber aus Blödeleien wird bitterböser Ernst. David ist tot. Und schuld sind seine Freunde. Freunde? Denn statt um ihn zu trauern, basteln sie an ihren Alibis, konstruieren ein Täterprofil. Und tatsächlich findet die Polizei den fetten Postler mit den grausigen Zähnen. Ein zweites Leben wird von den Jugendlichen zerstört. Das schlechte Gewissen nagt zwar an ihnen, aber wer nach oben will, der darf nicht zimperlich sein.
Es ist wohl kein Zufall, dass Regisseur Thomas Sobotka seine Darsteller in Jungbanker-Outfits auf die Bühne stellt. Es ist eine berechnende Existenz, in die er sein Personal wachsen lässt. Am Ende bleiben nur Floskeln der Reue, ein echtes Schuldgefühl stellt sich nicht ein. Doch die Wahrheit lauert im glänzenden Gestrüpp aus Plastik, irgendwann wird sie aus der Bühne von Markus Boxler ausbrechen. Doch diesen Moment erlebt das Publikum nicht mehr mit. Die Wahrheit wird nur unter dem Schwarzlicht erkennbar.
Die CSI-Titelmelodie "Who are you" durchzieht die Produktion und wirft immer wieder die Frage auf: Wer bist du in dieser Welt? Wer willst du sein? Stimmst du ein in den Tanz der Mitläufer, den Sobotka effektvoll choreografiert? Oder kann man ausbrechen indem man Verantwortung übernimmt? Immerhin sind wir nur einen kleinen genetischen Sprung entfernt von den Schimpansen! 
Live-Kritik im Anschluss an die Vorstellung: Christoph Hartner, Kronen Zeitung


Aalglatte Horde, zu allem fähig

GRAZ. Sie klatschen in die Hände, stampfen, äffen Bonobos nach, artikulieren Schuld, Angst und rotten sich aus Kalkül zum befehlstreuen Kollektiv um einen chipscrunchenden Führer. Aalglatte Jugendliche, die mit ihren Folterspäßen einen Kumpel auf dem Gewissen haben und alle Spuren verwischen wollen.
Regisseur Thomas Sobotka streicht in der österreichischen Erstaufführung beim spleen*-Festival jegliches Mitgefühl, führt uniformierte Macher von morgen vor. Nur die Plüschpatschen verraten: Das sind ja noch Kinder. Gruselige Spitzenkost mit Sodbrennen!
Kleine Zeitung


Das Finale des „spleen“-Festivals in Graz mit einer Premiere von „t’eig Theater“

Blutspuren auf der Showtreppe

Unsere DNA macht uns menschlich, zu einem Individuum. Und sie kann unsere Schuld beweisen, wie jeder Fan von „CSI“ weiß. Die Frage nach Schuld stellt auch das „t’eig Theater“ in „DNA“.
"David muss man einfach verarschen!" Aber aus Blödeleien wird bitterböser Ernst. David ist tot. Und schuld sind seine Freunde. Statt um ihn zu trauern, basteln sie an ihren Alibis, konstruieren das Profil eines fiktiven Täters. Als die Polizei diesen tatsächlich findet liegt ein zweites Leben in den Händen der Jugendlichen. Das schlechte Gewissen nagt zwar an ihnen, aber wer nach oben will, der darf nicht zimperlich sein.
Es ist kein Zufall, dass Regisseur Thomas Sobotka seine Darsteller in Jungbanker-Outfits auf die kühl glänzende Showtreppe des Lebens (Ausstattung: Markus Boxler) stellt. Die musikalisch aufgeworfene Frage „Who are you?“ hat nur eine mögliche Antwort: Man ist jemand, der sich auf dem Weg zum Erfolg von nichts abhalten lässt. Die Reuebekundungen verkommen zu Floskeln.
Sobotkas Inszenierung von Dennis Kellys Text ist perfekt durchkomponiert, der Tanz der Mitläufer wird durch militärisch anmutende Choreografien verstärkt. Das junge Darstellerteam agiert mit großer Präzision und unterstreicht so die kühle Professionalität der Figuren. 
Kronen Zeitung


Theater t’eig tanzt Dennis Kellys‘ „DNA“ als Koproduktion mit dem TaO!
Die Tücken, derer sich Theater t’eig bisher so angenommen hat, sind von sehr unterschiedlicher Qualität. Aber sie eignen sich fast alle, um in die anarchistische Ironie eines Videoabends gekleidet zu werden, bei dem sich hochbegabte Jungphilosophen über misslungene Splatter-Movies freuen.
An Brutalität mangelt es auch Dennis Kellys‘ Jugendstück „DNA“ nicht und trotzdem stellt es einen Bruch im t’eigschen Œuvre dar: Ihre Liebe zu Chaos und Trash konnten Thomas Sobotka & Co diesmal nicht ausleben. Für Kelly ist Gewalt ein Mittel, um der Moral seiner sauber konstruierten Story Nachdruck zu verleihen – und auch den ganz großen Fragen: Wer bist du Mensch? Wo wohnt das Monster in dir? „DNA“ ist das Drama einer Gruppe Jugendlicher, die einen Mitschüler zu Tode mobbt und dann, um abzulenken, einen pädophilen Lustmord fingiert. Doch die Sache entgleitet: Der erdachte Mörder wird wirklich gefasst, und plötzlich lebt auch das Opfer wieder. Die Teens nur einen Ausweg: „The Show must go on …“ Genau das wird zum Stichwort für Sobotkas Inszenierung: Markus Boxler verwandelt die Tribüne des TaO! in eine Showtreppe, auf der adrett kostümierte Nachwuchsschauspieler das Stück als Chor und in immer wieder neu verteilten Rollen spielen, singen und tanzen – große griechische Tragödie, interpretiert im Stile der 1950er. Durch die gekonnt getimte Umsetzung gelingt dem Ensemble ein Abend, der zwar das problemorientierte Jugendtheater nicht neu erfindet, aber zeigt, was Theater mit Jugendlichen (sein) kann: Eine wirklich schöne Sache.
Falter