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Emilia G.

nach Gotthold Ephraim Lessing
Ort:

 bestOFFstyrialogo eingeladen zu bestOFFstyria 2.11

rosengalottiDer Prinz will Emilia als Geliebte. Appiani will Emilia als Ehefrau. Claudia will ein adrettes Vorzeigetöchterchen, Odoardo eine tugendhafte Jungfer. Und Emilia will am Ende des Stücks sterben. Zumindest will das Lessing.

Als ob wir, wir keinen Willen hätten. Wir haben Blut, so jugendliches, so warmes Blut. Smells like teen spirit. Wir wollen doch sehen, wer uns hält, - wer uns zwingt. Ruhig sein können, und ruhig sein müssen. Auch unsere Sinne, sind Sinne. Wir stehen für nichts. Wir sind Emilia. 

Sechs DarstellerInnen kämpfen sich durch Intrigen, Verführung, Liebe, Macht und Tod, durch fünf Akte 18. Jahrhundert, 250 Jahre Rezeptionsgeschichte, die fremde Wirklichkeit und die eigene Lüge, durch die Einheit von Raum, Zeit und Handlung und durch das Leben im Hier und Jetzt.

Sapere aude. Und der Rest ist echt?

emilia©Fotos: Eduard Haberl

Mitwirkende:

LENDLOFT

Adresse:
Lendplatz 40, 8020 Graz

Im Dreieck zwischen Hofer-Markt, PPC und Café Bar Immervoll, im 2. Stock über dem dm.

lendloft

Emilia G.-Ensemble

Eine Emilia - Veronika Hermann
Eine Emilia - Mona Kospach
Eine Emilia - Anna Wagner
Eine Emilia - Peter Harter
Eine Emilia - Matthias Kovac
Eine Emilia - Gerhard Prossliner


Thomas Sobotka

geboren 1974 in Graz

Bis 1997 Aneignung umfassender Halbbildung
1998 bis 2002 Theaterausbildung in Graz und Wien (Diplom: 2002)

Engagements als freier Regisseur und Schauspieler bei Schauspielhaus Graz, Oerol Festival, Literaturhaus Graz, theater mundwerk, steirischer herbst, Theater am Ortweinplatz, Macht/schule/theater, La Strada, Toihaus Salzburg, Theater im Keller, quadrama, Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz 2003, TAG, Kulturzentrum bei den Minoriten, uniT, schauPLATZgraz, u.a.

2003 – 2006 Regieassistenz mit Spielverpflichtung am Schauspielhaus Graz. Zusammenarbeit u.a. mit Cornelia Crombholz, Marc von Henning, Jürgen Bosse, Friederike Heller, Gian Manuel Rau, Theater im Bahnhof, Elisabeth Gabriel, Cihan Inan.

2008 Gründung von t’eig.

2012 bm:ukk: outstanding artist award - Darstellende Kunst


Produktionen

Inszenierungen:

2018

fAUSt und vorbei
J.W. Goethe
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Nachtasyl
nach Maxim Gorki
Textbeitrag: Johannes Schrettle
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Plan B - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Wolfgang Bauer
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Raphael Meinhart
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Warten auf Godot
Samuel Beckett
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Severin Steinhöfel
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Passion - Uraufführung
Textbeitrag: Sophie Reyer
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2016

philoktet
Heiner Müller
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Oliver Majstorovic

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ödön von Horváth
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Thomas Petritsch (Effi)

Die Welt ist ein Dorf - Uraufführung
Weiterentwicklung von "Das Dorf" (s.u.)
Ausstattung: Markus Boxler
Expeditie beim Oerol Festival in Terschelling/NL

Schönste Zeit - Uraufführung
Support: Karin Gschiel
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2015

3schWESTERN - Uraufführung der Textfassung
Anton Tschechow
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Luka Sulzer

PiNOCCHiO - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Papa Steph and his Brass Band

h'amlet - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.15
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Hell-Sing-Chor

2014

NESTORY - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: The Devil's Empire

Das DORF - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ronald Wenzel
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Woyzeck live
Georg Büchner
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2013

Auf dem Land
Martin Crimp
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BARBAREN! - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.14
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Oliver Majstorovic, Makki (Daniela Riedl)
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Klassen Feind-oldschool
Nigel Williams
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Birgit Prutsch
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2012

Multiverse - Uraufführung
oder: "Ich weiß nicht, ob ich ein besserer Schauspieler geworden wäre, wenn ich mehr Regisseure wie mich gehabt hätte"
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.13
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BAAL
Bertolt Brecht
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: air rapide
Dramaturgie: Alexandra Rollett

DNA - Österreichische Erstaufführung
Dennis Kelly
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2011

Eskalation ordinär
Werner Schwab
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.12
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ivory Parker
Dramaturgie: Alexandra Rollett

APOKALYPSE - Uraufführung
nach der Offenbarung des Johannes
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Emilia G.
nach G. E. Lessing
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2010

Der Kissenmann
Martin McDonagh
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

heimweh - "Erdäpfel-Brezn-Supp'n kann ich mir überall machen!" - Uraufführung
Ausstattung: Irene Edenhofer-Welzl

heldInnen
nach dem Stück „helden“ von Ewald Palmetshofer
und einem Stück Realität von 5heldInnen
- STELLA11: Herausragende Produktion für Jugendliche
- bestOFFstyria 2.10 - "Preis der Jury"
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2009

Remember tser0 - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.10
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Fischer und seine Frau - Uraufführung
nach den Hausmärchen der Gebrüder Grimm
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

brick in the wAll - Uraufführung
- Gewinner von bestOFFstyria 2.9
Bühne: Bernhard Bauer
Kostüme: Eva Andersch-Hartner
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2008

Ledergfrieß – unplugged
nach Helmut Krausser
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.9
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Geizige
Molière

Der Nudelfresser - Österreichische Erstaufführung
Wilfried Happel
Ausstattung: Christina Weber
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2007

Herr der Fliegen - Uraufführung
nach William Golding
Co-Regie: Karin Gschiel

Komödie der Irrungen
William Shakespeare

Mensch Maja - Uraufführung
nach KIDS von Larry Clark
Co-Regie: Karin Gschiel

2006

Was ihr wollt
William Shakespeare
Co-Regie: Susanne Lipinski

Sauschneidn (szenische Skizze)
Ewald Palmetshofer
Ausstattung: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Tabea Tangerding

2005

Quartett
Heiner Müller
Bühne: Christian Pölzler
Kostüme: Elisabeth Perteneder
Dramaturgie: Tabea Tangerding

bis 2004

ARTig
nach Yasmina Reza

Berg der Erinnerungen - Eröffnung Graz 2003

vier.frau(en)
TRANCE.zendent

Bedroom Farce
nach Alan Ayckbourn


Markus Boxler

geboren 1973 in Wertingen (Deutschland)

1997 – 2001 Studium der Bühnengestaltung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz (Diplom Bühnen- und Kostümgestaltung: 2001)

1998 – 2008 verschiedene Bühnenbild- und Kostümassistenzen, u. a. an folgenden Spielstätten: Schauspielhaus Graz; Palace of Arts Budapest; Oper Graz; Haydnfestspiele Eisenstadt; Opéra-Théâtre de Metz; Staatsoper Dresden; Nibelungenfestspiele Worms; Ruhrfestspiele Recklinghausen; Théâtre National du Luxembourg; Théâtre du Châtelet Paris

Seit 2001 als freischaffender Ausstatter und Bühnenbildner tätig, u. a. in Zusammenarbeit mit den Regisseur*innen Friederike Czeloth („Fräulein Else“, „Effi Briest“ und „Penthesilea“, Schauspielhaus Graz), Franz Wittenbrink („Nix wie weg“, Schauspielhaus Graz), Hannes Hirth („Die Zeitreise“ und „Die Olchis und die Teufelshöhle“, Kinderfestspiele Giebelstadt) und Adrian Schvarzstein („Seasons“, Cirque Noël Graz).


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei
Ausstattung

Nachtasyl
Ausstattung

Plan B
Ausstattung

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Ausstattung

Warten auf Godot
Ausstattung

Passion
Ausstattung

2016

philoktet
Ausstattung

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ausstattung

Die Welt ist ein Dorf
Ausstattung / Betreuung

Schönste Zeit
Ausstattung

2015

3schWESTERN
Ausstattung

PiNOCCHiO
Ausstattung

h'amlet
Ausstattung

2014

NESTORY
Ausstattung

Das DORF
Ausstattung / Performance

Woyzeck live
Ausstattung

2013

Auf dem Land
Ausstattung

BARBAREN!
Ausstattung

Klassen Feind - oldschool
Ausstattung

2012

MULTIVERSE
Ausstattung

BAAL
Ausstattung

DNA
Ausstattung

2011

ESKALATION ORDINÄR
Ausstattung

APOKALYPSE
Ausstattung

Emilia G.
Ausstattung

2010

Der Kissenmann
Ausstattung

heldInnen
Ausstattung

2009

Remember tser0
Ausstattung

2008

Ledergfrieß
Ausstattung


Alexandra Rollett

geboren 1978 in Graz

Studium Germanistik und Kunstgeschichte, Medienkundlicher Lehrgang an der Uni Graz.

Regie- und Dramaturgieassistenzen am Schauspielhaus Graz, Theater Phönix Linz und beim steirischen herbst. Hausdramaturgin am Theater Phönix Linz (2002-2005).
Mit Unterbrechungen seit 1999 Dramaturgin bei dramagraz / forum stadtpark theater.
Diverse Produktionen in der freien Szene Graz.
Uraufführungsbetreuung etlicher Stücke von Peter Handke, Elfriede Jelinek, Franzobel, Barbara Frischmuth, Kerstin Specht, Andreas Jungwirth, Margret Kreidl usw. Intensive Zusammenarbeit u. a. mit Händl Klaus, Ernst M. Binder, Harald Gebhartl und Georg Staudacher.

Weiters Regieassistenzen für Spiel- und Dokumentarfilme; Pressebetreuung und konzeptuelle Beratung diverser Grazer Musiker und Bands sowie bildender Künstler; Konzept und Gestaltung szenischer Lesungen und Installationen (Schauspielhaus Graz, Forum Stadtpark); Veröffentlichungen in div. Feuilletonmagazinen.


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei
dramaturgische Mitarbeit - outside eye

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
dramaturgische Mitarbeit - outside eye

2014

Das DORF
Dramaturgie

Woyzeck live
Dramaturgie

2013

Auf dem Land
Dramaturgie

BARBAREN!
Dramaturgie

Klassen Feind - oldschool
Dramaturgie

2012

MULTIVERSE
Dramaturgie

BAAL
Dramaturgie

DNA
Dramaturgie

2011

ESKALATION ORDINÄR
Dramaturgie

APOKALYPSE
Dramaturgie

Emilia G.
Dramaturgie

2010

Der Kissenmann
Dramaturgie

heldInnen
Dramaturgie

2009

Remember tser0
Dramaturgie

2008

Ledergfrieß
Dramaturgie


Eugen Schöberl

geboren 1975 in Graz

Diplom an der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Graz.

Seit 1995 freiberufliche Tätigkeit als Lichtgestalter im Theater- und Eventbereich.

Seit 2007 verstärkte Beschäftigung mit Licht und Raum im Architekturbereich.
U. a. als Lehrbeauftragter am Institut für Raumgestaltung an der Technischen Universität in Graz und als freier Mitarbeiter im Lichtplanungsbüro VEDDER.LICHTMANAGEMENT

2010 Zertifizierung zum Lichtberater für Innenbeleuchtung (PLA)
2012 Gründung der gaft&onion ZT-KG


Produktionen

Haus- und Hof-Lichtdesigner von 2008 bis 2017


Karin Gschiel

geboren 1975 in Hartberg

1998 – 2003 Theater- und Medienorientierte Fächerkombination an der KF-Universität Graz.
ab 1999 dramatischer Unterricht.
2002 – 2004 Hochschullehrgang "Theatre Work in Social Fields" an der KF-Universität Graz mit schauspielrelevanten Modulen unter der Leitung von internationalen Lehrern (Abschluss: akademisch geprüfte Theaterpädagogin). Seither theaterpädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, älteren Menschen, psychisch kranken Menschen und StudentInnen.

Seit 2004: Theaterpädagogin im Theater am Ortweinplatz (TaO!)

2006 Schauspieldiplom durch die paritätische Prüfungskommission Wien.

2008 Gründung von t'eig.

Seit 2010: Theaterlehrerin im maturablen Fach "Bühnenspiel" im BORG Dreierschützengasse, Graz


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei

Nachtasyl

Plan B

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?

Warten auf Godot
Theaterpädagogik

Passion

2016

Geschichten aus dem Wiener Wald

Schönste Zeit
Support, Theaterpädagogik

2015

3schWESTERN

PiNOCCHiO

h'amlet

2014

NESTORY

Das DORF

Woyzeck live
Theaterpädagogik

2013

Auf dem Land

BARBAREN!
Theaterpädagogik

2012

MULTIVERSE

BAAL

DNA
Theaterpädagogik

2011

APOKALYPSE

Der Kissenmann

heldInnen
Theaterpädagogik

2009

Remember tser0

2008

Ledergfrieß


Sternstunde für die aufgeklärte Galotti

Ein außergewöhnlicher Spielort, eine außerordentliche Produktion: Dem Theater t'eig ist unter Thomas Sobotka mit "Emilia G." im Lendloft eine Sternstunde geglückt.
Erhielt die junge Crew 2010 schon bei bestOFFstyria für schauspielerische Leistung den Preis der Jury, hat das sechsköpfige Ausnahme-Ensemble mit Lessing nun auch den angemessenen Autor gefunden.
Von Huckepack-Szenen in Giraffenhöhe, Reclamheft-Frisbee, Standkonzerten und weißen Mieder-Strumpfhosen-Uniformen bis zu Stoff-Iglus, die unter Ausstattungsmagier Markus Boxler auch bestens als Barock-Röcke dienen, sprengt Kreativität den schlauchförmigen Holzbodensaal. Das erste bürgerliche Trauerspiel aus deutscher Feder erlebt in Soli, wechselnden, synchronen und chorischen Rollen Aufklärung pur mit Auslegungsvergleichen und Hinterfragungen. 
Eine sensationelle Galotti!
Kleine Zeitung


Mit LaiendarstellerInnen findet Thomas Sobotka einen sehr authentischen Zugang zu einem Klassiker

Spiel mit barockem Überwurf

Bereits im vergangenen Jahr hat Regisseur Thomas Sobotka vom Grazer t'eig Theater für die Produktion "heldInnen" erfolgreich mit einer Gruppe von LaiendarstellerInnen gearbeitet. Für seine Lessing-Bearbeitung "Emilia G." hat er dieses Arbeitsverhältnis nun aufgefrischt - in noch bestechender Qualität.
In seinem Lehrstück der Aufklärung "Emilia Galotti" verbirgt Gotthold Ephraim Lessing den Konflikt zwischen Gefühl und Verstand unter einem barocken Überwurf. Die emotionalen Motivationen der Figuren sind dabei oft schwer nachvollziehbar. Den Kampf, den das Verständnis dieses ornamentalen Stils einem heutigen Leser, und damit auch den LaiendarstellerInnen von "Emilia G." bereitet, macht Sobotka zu seinem Regiekonzept.
Seine Adaptierung pendelt zwischen Originaltext und Erläuterungen, stellt immer auch die Frage in den Raum, wer eigentlich die Deutungsherrschaft über das Stück hat. Er gibt seinen, trotz ihrer Laienhaftigkeit famos agierenden, SchauspielerInnen viel Freiraum, lässt sie zwischen den Figuren springen und hat somit einen großen Spielraum, um dem Stück Authentizität zu verleihen.
Gleichzeitig bieten all die Brüche auch einen unendlichen Fundus an unterhaltsamen Kommentarmöglichkeiten - etwa der sketchartigen Darstellung der Form des Regeldramas.
Bühnenbildner Markus Boxler schnallt den DarstellerInnen igluartige Reifröcke um, verschafft ihnen so die Möglichkeit, auch auf visueller Ebene mit dem barocken Überwurf des Lessingschen Duktus zu spielen.
Ohne Scheu und dennoch nicht respektlos eignet man sich hier einen Klassiker an und gewinnt damit schlicht und einfach auf jeder Ebene. Ein Pflichttermin.
Kronen Zeitung


Tragische Jungfrau mit G.-Problem

“Emilia G.”: zwischen Reifrock und Nirvana
Komisch eigentlich, dass „Emilia Galotti“ so beliebt ist. Abgesehen davon, dass Gotthold Ephraim Lessings bürgerliches Trauerspiel in Zeiten des Absolutismus auf eine Gesellschaftsrevolution abgezielt hat, geht es in dem Stück (dem lateinischen Virginia-Mythos folgend) um, nun ja: die tragische Jungfrau an sich. Beides jedenfalls eher Probleme von gestern. Trotzdem (oder gerade deshalb) nimmt sich nun auch Regisseur Thomas Sobotka der Sache an. In den Arbeiten des stadtbekannten Stückezerstücklers taucht gerne einmal eine zweite, selbstreflexive Ebene auf, beim Projekt „Emilia G.“ wird sie zum roten Faden.
Im großzügigen Rahmen des LendLoft führt das (zuletzt mit dem bestOFF-Preis der Jury) ausgezeichnete Laienensemble vor, wie es sich dem Problem G. annähert. Wer dabei welche Rolle spielt und wie – das ist Verhandlungssache, ebenso die Frage, was dieser Text überhaupt sagen soll.
Über die radikalen Striche turnt sich die Inszenierung mit pointierten Erläuterungen zur aristotelischen Dramentheorie hinweg, die eher unmögliche Interpretation der Hauptfigur wird durch einen Blick auf das Referenzsystem – Wer hat das wann wie gespielt? – ersetzt. Die Wunderwaffe in diesem Vexierspiel ist Markus Boxlers großartige Ausstattung, die den Zugriff der Regie zugleich elegant illustriert: Während sich das einheitliche Darstellerkostüm auf historisierende Unterwäsche reduziert, fungieren barocke Reifröcke als multiples Bühnenbild: mal ein französischer Garten, mal ein Cornelius-Kolig-Zitat.
Als Soundtrack und Kontrapunkt des Abends dienen gefühlte 132 Coverversionen von Nirvanas „Smells like teen spirit“: A denial! Spätestens in dem Augenblick, in dem das assoziative Chaos dieses Songs lässig in die streng verstrickte Lessinghandlung einbricht, ist klar: Hier spielt ganz großes Kino.
Falter