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HEIMWEH

Uraufführung
Ort:

Erdäpfel-Brezn-Supp’n kann ich mir überall machen


Eine Solo-Kochshow zwischen Heimatfilmidylle und persönlicher Mutterlandsabrechnung, zwischen Patriotismus und der Sehnsucht nach daheim.

heimweh„Ich bin aus Graz, arbeite in Salzburg Stadt, hab in Wien gelebt, geboren bin ich in St. Johann in Tirol, aufgewachsen im Land Salzburg. Ich bin halbe Deutsche. Mein Vater ist ein „Zuagroaster“. Ich eine Weggereiste. Zug fährt ab. Achtung Türen schließen automatisch."

Heimische Erdäpfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Mit der Karotte aus dem Garten und dem Bio-Sellerie vom Spar um die Ecke dünsten und mit etwas Halleiner Kristallsalz abschmecken. Wenn Kartoffeln bissfest, abseihen und mit dem zuvor kleingewürfelten Pinzgauer Bierkäse abwechselnd in eine Schüssel schlichten. Brösel aus aufgebähten Kaisersemmeln anrösten und als letzte Schicht fingerdick auftragen. Mit brauner Almbutter übergießen und mit Schnittlauch aus dem Blumenkistl vorm Balkon bestreuen. Dazu passt grüner Salat.

eine Kooperation von t'eig und dem TOIHAUS Theater Salzburg

toihaus

Mitwirkende:

TaL - Theater am Lend

www.theateramlend.at

Adresse:
Wienerstrasse 58a, 8020 Graz

Erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bus: (H) Am Damm oder Bienengasse: 40, 48, 67

Susanne Lipinski

geboren 1977 in St. Johann in Tirol

Schauspielerin (Diplom 2003, Wien) und Germanistin (Diplom 2004, Graz)
Arbeiten u.a. für: Theater am Alsergrund, Max Reinhardt Seminar, Kulturzentrum bei den Minoriten, Schauplatz Graz, KuKuK, ARBOS, steirischer herbst, uniT, Graz 2003, ORF, Schauspielhaus Graz, quadrama, Theater am Ortweinplatz, Macht/schule/theater, La Strada, entspannt elegant

seit 2007 Ensemblemitglied im Toihaus Theater Salzburg

2017 Gründung des kollektiv KOLLINSKI


Produktionen

2012

MULTIVERSE

2011

APOKALYPSE

2010

heimweh


Thomas Sobotka

geboren 1974 in Graz

Bis 1997 Aneignung umfassender Halbbildung
1998 bis 2002 Theaterausbildung in Graz und Wien (Diplom: 2002)

Engagements als freier Regisseur und Schauspieler bei Schauspielhaus Graz, Oerol Festival, Literaturhaus Graz, theater mundwerk, steirischer herbst, Theater am Ortweinplatz, Macht/schule/theater, La Strada, Toihaus Salzburg, Theater im Keller, quadrama, Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz 2003, TAG, Kulturzentrum bei den Minoriten, uniT, schauPLATZgraz, u.a.

2003 – 2006 Regieassistenz mit Spielverpflichtung am Schauspielhaus Graz. Zusammenarbeit u.a. mit Cornelia Crombholz, Marc von Henning, Jürgen Bosse, Friederike Heller, Gian Manuel Rau, Theater im Bahnhof, Elisabeth Gabriel, Cihan Inan.

2008 Gründung von t’eig.

2012 bm:ukk: outstanding artist award - Darstellende Kunst


Produktionen

Inszenierungen:

2018

fAUSt und vorbei
J.W. Goethe
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Nachtasyl
nach Maxim Gorki
Textbeitrag: Johannes Schrettle
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Plan B - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Wolfgang Bauer
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Raphael Meinhart
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Warten auf Godot
Samuel Beckett
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Severin Steinhöfel
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Passion - Uraufführung
Textbeitrag: Sophie Reyer
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2016

philoktet
Heiner Müller
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Oliver Majstorovic

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ödön von Horváth
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Thomas Petritsch (Effi)

Die Welt ist ein Dorf - Uraufführung
Weiterentwicklung von "Das Dorf" (s.u.)
Ausstattung: Markus Boxler
Expeditie beim Oerol Festival in Terschelling/NL

Schönste Zeit - Uraufführung
Support: Karin Gschiel
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2015

3schWESTERN - Uraufführung der Textfassung
Anton Tschechow
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Luka Sulzer

PiNOCCHiO - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Papa Steph and his Brass Band

h'amlet - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.15
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Hell-Sing-Chor

2014

NESTORY - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: The Devil's Empire

Das DORF - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ronald Wenzel
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Woyzeck live
Georg Büchner
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2013

Auf dem Land
Martin Crimp
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BARBAREN! - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.14
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Oliver Majstorovic, Makki (Daniela Riedl)
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Klassen Feind-oldschool
Nigel Williams
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Birgit Prutsch
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2012

Multiverse - Uraufführung
oder: "Ich weiß nicht, ob ich ein besserer Schauspieler geworden wäre, wenn ich mehr Regisseure wie mich gehabt hätte"
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.13
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BAAL
Bertolt Brecht
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: air rapide
Dramaturgie: Alexandra Rollett

DNA - Österreichische Erstaufführung
Dennis Kelly
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2011

Eskalation ordinär
Werner Schwab
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.12
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ivory Parker
Dramaturgie: Alexandra Rollett

APOKALYPSE - Uraufführung
nach der Offenbarung des Johannes
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Emilia G.
nach G. E. Lessing
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2010

Der Kissenmann
Martin McDonagh
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

heimweh - "Erdäpfel-Brezn-Supp'n kann ich mir überall machen!" - Uraufführung
Ausstattung: Irene Edenhofer-Welzl

heldInnen
nach dem Stück „helden“ von Ewald Palmetshofer
und einem Stück Realität von 5heldInnen
- STELLA11: Herausragende Produktion für Jugendliche
- bestOFFstyria 2.10 - "Preis der Jury"
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2009

Remember tser0 - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.10
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Fischer und seine Frau - Uraufführung
nach den Hausmärchen der Gebrüder Grimm
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

brick in the wAll - Uraufführung
- Gewinner von bestOFFstyria 2.9
Bühne: Bernhard Bauer
Kostüme: Eva Andersch-Hartner
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2008

Ledergfrieß – unplugged
nach Helmut Krausser
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.9
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Geizige
Molière

Der Nudelfresser - Österreichische Erstaufführung
Wilfried Happel
Ausstattung: Christina Weber
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2007

Herr der Fliegen - Uraufführung
nach William Golding
Co-Regie: Karin Gschiel

Komödie der Irrungen
William Shakespeare

Mensch Maja - Uraufführung
nach KIDS von Larry Clark
Co-Regie: Karin Gschiel

2006

Was ihr wollt
William Shakespeare
Co-Regie: Susanne Lipinski

Sauschneidn (szenische Skizze)
Ewald Palmetshofer
Ausstattung: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Tabea Tangerding

2005

Quartett
Heiner Müller
Bühne: Christian Pölzler
Kostüme: Elisabeth Perteneder
Dramaturgie: Tabea Tangerding

bis 2004

ARTig
nach Yasmina Reza

Berg der Erinnerungen - Eröffnung Graz 2003

vier.frau(en)
TRANCE.zendent

Bedroom Farce
nach Alan Ayckbourn


(Gast)


Der Versuch einer scharfen Abrechnung

Weihnachten wird heuer erstmals nicht zu Hause in Österreich gefeiert. Weil Thomas Bernhards Punschkrapferl-Sager über Landsleute („Außen rot, innen braun und immer ein wenig b’soffen“) so wahr ist wie Karl Heinz Grassers „Ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget“ falsch. Kurz: Österreich ist scheiße. Weihnachten alleine aber auch.
Susanne Lipinski brilliert in Thomas Sobotkas Regiearbeit von „Heimweh“ auf ganzer Linie. Ihre Darstellung des Kindes vom Dorf ist durch und durch authentisch. Humorvoller als in ihrer „Solo-Kochshow“, eine Kooperation vom Theater t’eig und dem „Toihaus“ Salzburg, wurde schon lang nicht zum Nachdenken über das ach so schöne Österreich angeregt.
Kleine Zeitung


Österreichischer Strudel

Susanne Lipinksi beweist es: Erst aus der Ferne sind die österreichischen Besonderheiten so richtig gut zu entdecken.
[…] Ab in den Theatersaal, wo Susanne Lipinski als Exil-Österreicherin Unterschlupf gefunden hat. Doch so fröhlich sie auch französische Lieder mitträllert und so exotisch die Früchte sind, mit denen sie hantiert, ganz hat sie ihre Heimat scheinbar noch nicht losgelassen. Dafür spricht nicht nur ein Wald an Umzugskartons, sondern vor allem Lipinski selbst. Kein Wunder, ein Weihnachtsabend in der Fremde lässt eben neben einer „Erdäpfel-Brezn-Supp’n“ auch Erinnerungen hochkochen. So nimmt uns Lipinski mit auf einen irren Ausflug, der vom Christbaum im Wohnzimmer über Leogangs Skipisten bis in den Kopf von Franz Fuchs führt. Dabei wird bis zur Erschöpfung schuhgeplattelt, die Olympiasiegesfahrt von Fritz Strobl nacherlebt oder ein vierstimmiges Musikstück „im Alleinsang“ produziert. Und was die echte Österreicherin drunter trägt, ja, auch das wird hier verraten.
Gemeinsam mit Regisseur Thomas Sobotka entwickelt Lipinski einen wunderbaren österreichischen Strudel voller Erinnerungen und Geschichten, in denen der Zuschauer mal sich selbst, mal das Landmädel hinter der groß aufspielenden Schauspielerin zu erkennen glaubt. So viel schmackhaftes und reichlich gepfeffertes Futter kann selbst eine echte Kochshow nicht bieten.
SVZ


„Erdäpfel-Brezn-Supp’n kann ich mir überall machen“ behauptet Susanne Lipinski in ihrer Solo-Kochshow, denn als Exil-Österreicherin überkommt sie manchmal das Heimweh nach einem kleinen Dorf im Salzburger Land.
[…] Susanne Lipinski hat sich in ihrer neuen Heimat noch nicht ganz eingerichtet, davon zeugen die vielen Umzugskartons. Zu französischen Liedern aus dem Radio singt und tanzt sie gut gelaunt, gönnt sich einen Piccolo-Sekt und schält dabei Südfrüchte. Es ist ein Weihnachtsabend fern der Heimat, ein paar armselige Teelichter ersetzen den Christbaum. Als sie versucht, ein stimmungsvolles „Stille Nacht“ anzustimmen, ist es so weit: Sie muss uns einfach von ihrer Heimat erzählen, „denn der Christbaum steht bei mir daheim genau an der gleichen Stelle“. Nach einer genauen Schilderung ihres Heimathauses führt sie uns durch einen Ort gleich neben der Asitz-Bahn (Leogang?). Wir dürfen bei einem Begräbnis dabei sein, begleitet von der örtlichen Musikkapelle, deren Dirigent der junge und fesche Direktor der Raiffeisenkasse ist. Nach ein paar sehr persönlichen Erfahrungen zum Thema Heimweh in Landschulwochen und Sprachkursen wird die Performance zusehends kritischer. Plötzlich geht es um BAWAG, BUWOG und Lucona, um eine „Buberlpartei“ und eigenartige Wahlkampfparolen („Daham statt Islam“). Bekannte Österreicher rechnen mit ihrer Heimat nicht gerade liebevoll ab, da darf natürlich Thomas Bernhards Aussage „Die Mentalität der Österreich ist wie ein Punschkrapfen, außen rot, innen braun und immer ein bisschen betrunken“nicht fehlen.
Natürlich bleiben auch „unsere“ sportlichen Höhepunkte nicht unerwähnt, sowohl das legendäre Cordoba-Spiel als auch die Olympia-Abfahrt von Fritz „The Cat“ werden in einer abwechslungsreichen Collage dokumentiert. Susanne Lipinski schafft im Alleingang sowohl ein Hörspiel über die drohende Schlägerung des Silberwaldes als auch ein vierstimmiges Musikstück und vergisst neben all diesen Aktivitäten doch nie auf ihre „Erdäpfel-Brezn-Supp’n“, denn exakt am Ende ihres Programms kann sie ihre heimatliche Leibspeise genießen.
Gemeinsam mit Regisseur Thomas Sobotka hat Susanne Lipinski diese äußerst vergnügliche, temporeiche, kabarettistische Kochshow rund um österreichische Heimatidylle und Patriotismus entwickelt. Das Publikum war begeistert.
DZ


Heimweh in Bestzeit

Kochshow, Kitsch und Kritik: Susanne Lipinski fährt im TaL ihr „Heimweh“ mit Bestzeit ins Ziel
Heiliger Abend, allein in der neuen Wohnung. Das Heimweh macht ein wenig melancholisch – auch wenn man dem Vaterland sehr kritisch gegenübersteht. Erinnerungen – vom Schulschikurs bis zu Heimatfilmen, vom Kinderzimmer bis zu Thomas Bernhard-Zitaten, von Begräbnissen im Geburtsort bis zu legendären Skirennen – kochen hoch und vermischen sich mit dem Duft der Erdäpfel-Brezn-Supp’n, die gerade auf dem Herd steht.
Kollektive Kulturgeschichte und persönliche Biografie, Kitsch und Kritik, Sehnsucht und viel Humor vermischen die Darstellerin und ihr Regisseur Thomas Sobotka in „Heimweh“ zu einem Abend, der das bietet, was viele versprechen und nur wenige halten: große Unterhaltung. Schauen Sie sich das an!
Kronen Zeitung