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philoktet

Heiner Müller
Ort:

Was hätte Odysseus schon anderes machen können, als auf dem Weg nach Troja den verletzten Philoktet auf der Insel Lemnos auszusetzen?

Dessen Schmerzensschreie und der Gestank der Wunde waren wirklich nicht mehr auszuhalten. Schließlich musste die Moral und die Blutgier der Truppe aufrechterhalten werden. Dass nun dieser Krieg 10 Jahre dauern sollte, konnte keiner ahnen. Und schon gar nicht, dass es ausgerechnet Philoktet und seine unfehlbare Waffe braucht um endlich zu siegen.

Dass aber er wiederum nach all den Jahren wenig Lust hat den Griechen zu helfen und niemanden lieber tot sähe als Odysseus, liegt auf der Hand. Deshalb soll auch der Sohn des gefallenen Achill, Neoptolemos, als Köder dienen um Philoktet nach Troja zu locken – soweit der Plan.

philoktet1

Bei t’eig wird das Innere eines Kegels im Joanneumsviertel zur unwirtlichen Insel auf der die Akteure Wind, Wetter und Kälte ausgesetzt sind während das Publikum aus sicherer Distanz sich der Bewahrung seiner (Hoch)kultur vergewissern kann. Mehr denn je verdeutlicht Heiner Müllers radikales Versdrama die Allgegenwärtigkeit von Krieg, Demagogie, Machtmissbrauch und Gewalt.

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philoktet_titel
©Fotos: Heldentheater

Mitwirkende:

Stmk. Landesbibliothek

JOANNEUMSVIERTEL
www.landesbibliothek.steiermark.at

Adresse:
Steiermärkische Landesbibliothek
Joanneumsviertel
Kalchberggasse 2
8010 Graz

landesbib1

Daniel Doujenis

geboren 1964 in Wien

im Alter von 5 Jahren nach Griechenland übersiedelt.
1983 Abitur an der Deutschen Schule in Athen
1989 Mag. Art an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz

12 Jahre Engagements an deutschen Theatern (Theater an der Ruhr Mühlheim, Städtische Bühnen Augsburg, Stadttheater Hildesheim, Frankfurt, Schauspielhaus Düsseldorf)
8 Jahre Ensemblemitglied im Schauspielhaus Graz.
Seit der Spielzeit 2008/2009 freiberuflich als Schauspieler und Regisseur tätig. (Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Linz, Oper Graz, Next Liberty Graz, Schaubühne Graz…)
Lesungen (u.a. Ö1, WDR, HR, STYRIARTE, Manuskripte, Literaturhaus Graz
Film und Fernsehen: Rollen in „Die Vaterlosen“ Kinofilm von Marie Kreuzer, „Heile Welt“ Kinofilm von J.M. Erwa, „Stille Wasser“ Kinofilm, Regie: Kai Wessel, Soko Kitzbühel“, „Der Steirische Panther“ Regie: Roland Berger, u.a.
Seit 2001 senior lecturer an der Kunstuniversität Graz, Abteilung Schauspiel.


Wolfi Lampl

Homepage VoS

geboren 1980 in Graz


Christian Ruck

geboren 1961 in Graz

1980 bis 1984 Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. (Diplom: 1984)

Engagements als Schauspieler bei Komödienspiele Porcia, Stadttheater Klagenfurt, Vereinigte Bühnen Graz (1984 – 1986), Volkstheater Wien (1987), theatermërz (1988 – 2005), t'eig (seit 2008)

Seit Dezember 2005 als Spielberater des Landes Steiermark zuständig für das außerberufliche und außerschulische Theater in der Steiermark.
Daneben Tätigkeit als freier Schauspieler u.a. bei laut!, Theaterland Steiermark, Literaturhaus Graz, Gruppe Dagmar, TaO! und Schaubühne Graz.


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei

Plan B

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?

Warten auf Godot

Passion

2016

philoktet

Geschichten aus dem Wiener Wald

2015

3schWESTERN

PiNOCCHiO

h'amlet

2014

NESTORY

2013

Auf dem Land

Klassen Feind - oldschool

2012

MULTIVERSE

BAAL

2011

ESKALATION ORDINÄR

2010

Der Kissenmann

2009

Remember tser0

2008

Ledergfrieß


Maja Karolina Franke

Produktionen

2018

Plan B
Tanzcoaching / Choreographie

2016

philoktet


Britt Kamper


Oliver Majstorovic

Homepage


Produktionen

2016

philoktet

2013

BARBAREN!


Thomas Sobotka

geboren 1974 in Graz

Bis 1997 Aneignung umfassender Halbbildung
1998 bis 2002 Theaterausbildung in Graz und Wien (Diplom: 2002)

Engagements als freier Regisseur und Schauspieler bei Schauspielhaus Graz, Oerol Festival, Literaturhaus Graz, theater mundwerk, steirischer herbst, Theater am Ortweinplatz, Macht/schule/theater, La Strada, Toihaus Salzburg, Theater im Keller, quadrama, Universität für Musik und darstellende Kunst, Graz 2003, TAG, Kulturzentrum bei den Minoriten, uniT, schauPLATZgraz, u.a.

2003 – 2006 Regieassistenz mit Spielverpflichtung am Schauspielhaus Graz. Zusammenarbeit u.a. mit Cornelia Crombholz, Marc von Henning, Jürgen Bosse, Friederike Heller, Gian Manuel Rau, Theater im Bahnhof, Elisabeth Gabriel, Cihan Inan.

2008 Gründung von t’eig.

2012 bm:ukk: outstanding artist award - Darstellende Kunst


Produktionen

Inszenierungen:

2018

fAUSt und vorbei
J.W. Goethe
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Nachtasyl
nach Maxim Gorki
Textbeitrag: Johannes Schrettle
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Plan B - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Wolfgang Bauer
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Raphael Meinhart
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
dramaturgische Mitarbeit: Alexandra Rollett

Warten auf Godot
Samuel Beckett
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Severin Steinhöfel
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

Passion - Uraufführung
Textbeitrag: Sophie Reyer
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2016

philoktet
Heiner Müller
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Oliver Majstorovic

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ödön von Horváth
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Thomas Petritsch (Effi)

Die Welt ist ein Dorf - Uraufführung
Weiterentwicklung von "Das Dorf" (s.u.)
Ausstattung: Markus Boxler
Expeditie beim Oerol Festival in Terschelling/NL

Schönste Zeit - Uraufführung
Support: Karin Gschiel
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann

2015

3schWESTERN - Uraufführung der Textfassung
Anton Tschechow
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Luka Sulzer

PiNOCCHiO - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Papa Steph and his Brass Band

h'amlet - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.15
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Stephanie Liebmann
Musik: Hell-Sing-Chor

2014

NESTORY - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: The Devil's Empire

Das DORF - Uraufführung
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ronald Wenzel
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Woyzeck live
Georg Büchner
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2013

Auf dem Land
Martin Crimp
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BARBAREN! - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.14
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Oliver Majstorovic, Makki (Daniela Riedl)
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Klassen Feind-oldschool
Nigel Williams
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Birgit Prutsch
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2012

Multiverse - Uraufführung
oder: "Ich weiß nicht, ob ich ein besserer Schauspieler geworden wäre, wenn ich mehr Regisseure wie mich gehabt hätte"
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.13
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

BAAL
Bertolt Brecht
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: air rapide
Dramaturgie: Alexandra Rollett

DNA - Österreichische Erstaufführung
Dennis Kelly
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2011

Eskalation ordinär
Werner Schwab
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.12
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Ivory Parker
Dramaturgie: Alexandra Rollett

APOKALYPSE - Uraufführung
nach der Offenbarung des Johannes
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Emilia G.
nach G. E. Lessing
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2010

Der Kissenmann
Martin McDonagh
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.11
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

heimweh - "Erdäpfel-Brezn-Supp'n kann ich mir überall machen!" - Uraufführung
Ausstattung: Irene Edenhofer-Welzl

heldInnen
nach dem Stück „helden“ von Ewald Palmetshofer
und einem Stück Realität von 5heldInnen
- STELLA11: Herausragende Produktion für Jugendliche
- bestOFFstyria 2.10 - "Preis der Jury"
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2009

Remember tser0 - Uraufführung
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.10
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Fischer und seine Frau - Uraufführung
nach den Hausmärchen der Gebrüder Grimm
Ausstattung: Markus Boxler
Musik: Rainer Binder-Krieglstein
Dramaturgie: Alexandra Rollett

brick in the wAll - Uraufführung
- Gewinner von bestOFFstyria 2.9
Bühne: Bernhard Bauer
Kostüme: Eva Andersch-Hartner
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2008

Ledergfrieß – unplugged
nach Helmut Krausser
- eingeladen zu bestOFFstyria 2.9
Ausstattung: Markus Boxler
Dramaturgie: Alexandra Rollett

Der Geizige
Molière

Der Nudelfresser - Österreichische Erstaufführung
Wilfried Happel
Ausstattung: Christina Weber
Dramaturgie: Alexandra Rollett

2007

Herr der Fliegen - Uraufführung
nach William Golding
Co-Regie: Karin Gschiel

Komödie der Irrungen
William Shakespeare

Mensch Maja - Uraufführung
nach KIDS von Larry Clark
Co-Regie: Karin Gschiel

2006

Was ihr wollt
William Shakespeare
Co-Regie: Susanne Lipinski

Sauschneidn (szenische Skizze)
Ewald Palmetshofer
Ausstattung: Tanja Kramberger
Dramaturgie: Tabea Tangerding

2005

Quartett
Heiner Müller
Bühne: Christian Pölzler
Kostüme: Elisabeth Perteneder
Dramaturgie: Tabea Tangerding

bis 2004

ARTig
nach Yasmina Reza

Berg der Erinnerungen - Eröffnung Graz 2003

vier.frau(en)
TRANCE.zendent

Bedroom Farce
nach Alan Ayckbourn


Markus Boxler

geboren 1973 in Wertingen (Deutschland)

1997 – 2001 Studium der Bühnengestaltung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Graz (Diplom Bühnen- und Kostümgestaltung: 2001)

1998 – 2008 verschiedene Bühnenbild- und Kostümassistenzen, u. a. an folgenden Spielstätten: Schauspielhaus Graz; Palace of Arts Budapest; Oper Graz; Haydnfestspiele Eisenstadt; Opéra-Théâtre de Metz; Staatsoper Dresden; Nibelungenfestspiele Worms; Ruhrfestspiele Recklinghausen; Théâtre National du Luxembourg; Théâtre du Châtelet Paris

Seit 2001 als freischaffender Ausstatter und Bühnenbildner tätig, u. a. in Zusammenarbeit mit den Regisseur*innen Friederike Czeloth („Fräulein Else“, „Effi Briest“ und „Penthesilea“, Schauspielhaus Graz), Franz Wittenbrink („Nix wie weg“, Schauspielhaus Graz), Hannes Hirth („Die Zeitreise“ und „Die Olchis und die Teufelshöhle“, Kinderfestspiele Giebelstadt) und Adrian Schvarzstein („Seasons“, Cirque Noël Graz).


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei
Ausstattung

Nachtasyl
Ausstattung

Plan B
Ausstattung

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Ausstattung

Warten auf Godot
Ausstattung

Passion
Ausstattung

2016

philoktet
Ausstattung

Geschichten aus dem Wiener Wald
Ausstattung

Die Welt ist ein Dorf
Ausstattung / Betreuung

Schönste Zeit
Ausstattung

2015

3schWESTERN
Ausstattung

PiNOCCHiO
Ausstattung

h'amlet
Ausstattung

2014

NESTORY
Ausstattung

Das DORF
Ausstattung / Performance

Woyzeck live
Ausstattung

2013

Auf dem Land
Ausstattung

BARBAREN!
Ausstattung

Klassen Feind - oldschool
Ausstattung

2012

MULTIVERSE
Ausstattung

BAAL
Ausstattung

DNA
Ausstattung

2011

ESKALATION ORDINÄR
Ausstattung

APOKALYPSE
Ausstattung

Emilia G.
Ausstattung

2010

Der Kissenmann
Ausstattung

heldInnen
Ausstattung

2009

Remember tser0
Ausstattung

2008

Ledergfrieß
Ausstattung


Stephanie Liebmann

geboren 1987 in Graz

Studium der Germanistik und Medienkundlicher Lehrgang an der Uni Graz.
Seit 2011 u.a. Tätigkeit im Bereich Kommunikation und Organisation im Literaturhaus Graz insbesondere für das Kinder- und Jugendbuchfestival bookolino.
2014 Tätigkeit beim steirischen herbst im Bereich Kunstvermittlung.


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei
Dramaturgie

Nachtasyl
Dramaturgie

Plan B
Dramaturgie

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?
Dramaturgie

Warten auf Godot
Dramaturgie

Passion
Dramaturgie

2016

philoktet
Dramaturgie

Geschichten aus dem Wiener Wald
Dramaturgie

Schönste Zeit
Dramaturgie

2015

3schWESTERN
Dramaturgie

PiNOCCHiO
Dramaturgie

h'amlet
Dramaturgie

2014

Das DORF
Assistenz


Eugen Schöberl

geboren 1975 in Graz

Diplom an der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Graz.

Seit 1995 freiberufliche Tätigkeit als Lichtgestalter im Theater- und Eventbereich.

Seit 2007 verstärkte Beschäftigung mit Licht und Raum im Architekturbereich.
U. a. als Lehrbeauftragter am Institut für Raumgestaltung an der Technischen Universität in Graz und als freier Mitarbeiter im Lichtplanungsbüro VEDDER.LICHTMANAGEMENT

2010 Zertifizierung zum Lichtberater für Innenbeleuchtung (PLA)
2012 Gründung der gaft&onion ZT-KG


Produktionen

Haus- und Hof-Lichtdesigner von 2008 bis 2017


Mona Kospach

geboren 1987 in Graz

Studium der Slawistik (Hauptsprache Russisch) an der Uni Graz
Auslands- und Forschungsaufenthalte in St. Petersburg (SS 2009) und Moskau (WS 2011/12)
Diplomarbeit „Anton P. Čechov bei L. Ulickaja, L. Petruševskaja und B. Akunin“ (2013)
Seit 2010 u.a. Tätigkeit als Schauspielerin und Regieassistentin.

2017 Schauspieldiplom durch die paritätische Prüfungskommission Wien.

Engagements u.a. bei: t’eig, dramagraz, 2. Liga für Kunst und Kultur, La Strada


Produktionen

2018

fAUSt und vorbei

Nachtasyl

Plan B

2017

Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?

Warten auf Godot

Passion

2016

philoktet
Assistenz

2015

3schWESTERN

h'amlet
Assistenz

2014

NESTORY

Woyzeck live
Assistenz

2012

BAAL

2011

APOKALYPSE

Emilia G.

2010

heldInnen


Heiner Müller Drama "Philoktet", imposant inszeniert.

Im Glaskegel tobt der Krieg

theater t'eig zeigt Heiner Müllers 1968 uraufgeführtes Drama "Philoktet" in der Landesbibliothek in Graz.
Hinter Glaswänden geschützt, sitzt das Publikum um einen Glaskegel, der als Arena dieser politischen Parabel um Macht und Pflicht dient. Seit zehn Jahren tobt der Krieg um Troja. Durch den aussätzigen Kriegshelden Philoktet (wild: Christian Ruck), der auf einer einsamen Insel einen langsamen Tod stirbt, soll das Schlachten ein Ende finden. Ihn wollen der moralistische Neoptolemos (Wolfgang Lampl) und der manipulative Kriegsfunktionär Odysseus (Daniel Doujenis) zurück ins (Kriegs-)Leben holen. Die entmenschlichten Figuren sind vereint im Hass.
Hauptfigur gibt es keine, Schuld und Verantwortung sind in der Inszenierung von Thomas Sobotka gleichmäßig verteilt. Zuweilen bricht er den Text dramaturgisch auf, lässt die intensiven Konstellationen ins Leere fallen.
Der Regisseur nutzt den wunderbaren Raum, um Heiner Müllers Sprache wirken zu lassen, und ergänzt ihn mit Klaviermusik von Oliver Majstorovic.
Kleine Zeitung


Die Insel der machtgeilen Lügner

Nur wer lügen kann, hat Zugang zur Macht. Das Theater t'eig zeigt in der Landesbibliothek in Graz Heiner Müllers Versdrama "Philoktet". Regisseur Thomas Sobotka lässt das Publikum aus dem Elfenbeinturm der Hochkultur auf die Schlachtfelder der Gegenwart blicken, auf denen Demagogen ihre Machtspiele treiben.
Odysseus hat Philoktet einst auf Lemnos ausgesetzt. Doch nun braucht er ihn und seine Wunderwaffe, um den Krieg um Troja beenden zu können. Als Köder kommt ihm Neoptolemos, der Sohn Achills, gerade Recht. Und so entwickelt sich zwischen den Dreien ein Machtspiel, bei dem Lüge die einzige Konstante zu sein scheint.
Heiner Müller hat mit seiner Adaption des Philoktet-Stoffes einst auf den Bau der Berliner Mauer reagiert. Dass der Premierentermin der smarten Grazer Inszenierung von Thomas Sobotka nun just auf jenen Tag fällt, an dem Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, ist eine Ironie des Schicksals. Jedenfalls passt das Versdrama über Populismus, Machtgier und die Allgegenwärtigkeit von Krieg wie die Faust auf das Auge des Zeitgeistes.
Die steiermärkische Landesbibliothek erweist sich als perfekter Spielort: Gemütlich sitzt das Publikum im innersten Heiligtum der gutbürgerlichen Hochkultur, während sich das kriegerische Geschehen großteils in einem der Lichtkegel des Joanneumsviertels - als in bitterer Kälte - abspielt.
Das Darstellertrio Daniel Doujenis, Wolfi Lampl und Christian Ruck [...] beeindruckt mit fesselndem und ironiegetränktem Spiel.
Kronen Zeitung


Tanzbär mit Asperga und 90-Minuten-Gedicht

Donnerstagabend im Joanneumsviertel. Nein, kein Glühwein am beheizten Standl, sondern einen Stock tiefer in der Landesbibliothek. Nein, nicht lesen. Sondern Dramatik live erleben.
Das ist das Konzept auf das die Theatergruppe t’eig mit ihrer neuesten Produktion setzt: Eine Inszenierung des auf altgriechischer Mythologie basierenden Stoffes „Philoktet“ nach Heiner Müller.
Müller, bekannt für seine provokanten Stücke, deren Inhalt stets grenzüberschreitend zu handeln vermag, verwebt stets politische Ansprüche in geschickten Brüchen zu kunstvollen Zeitdiagnostiken. Dass der Kontext austauschbar ist, zeigt das Heldentheater t’eig, indem es das in der DDR verortete Stück mit „Grab her by the Pussy“ ins Jetzt, in den November 2016 verlegt. Immer wieder beeindruckend abseits des Gezeigten ist das zu wenig beachtete umfangreiche Programmheftchen, das still und heimlich mit der Eintrittskarte ausgehändigt wird. Ein kleiner Auszug – drei Punkte zu Philoktet, die nicht belehren wollen, versteht sich:

  1. Die Handlung ist Modell, nicht Historie
  2. Das Philoktet-Modell wird bestimmt von der Klassenstruktur der abgebildeten Gesellschaft
  3. Der Ablauf ist zwangsläufig nur, wenn das System nicht in Frage gestellt wird

Eine deutlichere Anweisung zu Intention und Lesart des Stückes gibt es fast nicht. Einen passenderen Stoff für unsere Zeit gibt es kaum. Das ist es, was die t’eig-er ausmacht: das richtige Gespür für Zeit und Ort des geistigen Gutes etablierter Stoffe in der Gegenwart.
Thomas Sobotka, bekannt für seine akribische Recherche und Inszenierungen, in denen jedes Wort einem bestimmten Zweck dient und weitreichender Überlegungen entspringt, vollbringt auch noch das Kunststück, Freiraum für Improvisation zu lassen. Kein neues, aber ein immer wieder aufs neue erfrischendes Element seiner Produktionen. Bedarf es dafür doch besonders guter Chemie zwischen den Schauspielern. Diese überzeugten. Christian Ruck, altbekannt und charismatisch, obwohl auf den ersten Blick aufgrund der verfilzten Mähne kaum erkennbar, gab den lahmenden Philoktet betont verrückt und doch cool. Cool im wahrsten Sinne des Wortes, denn bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt souverän zu spielen, bedarf einiges an Selbstbeherrschung. Besonders Lemnos ureigene Geier (Maja Karolina Franke und Britt Kamper) seien an dieser Stelle lobend erwähnt, mussten sie doch (wenn sie nicht gerade missbraucht wurden oder missbrauchten) oft reglos am eisigen Boden verharren.
Daniel Doujenis, der selbst schon Regieerfahrung mitbringt, hat sich die t’eig Truppe vom Schauspielhaus (/der Oper) ausgeborgt. Ein Multitalent und absoluter Mehrwert für das Stück, obendrein mit halsbrecherischem Stunt-Talent. Ebenso machte Neoptolemos, alias Wolfi Lampl, im Neoprenanzug und mit oder ohne Munitionsgürtel/Bogen eine gute Figur.
Insgesamt ist „Philoktet“ wieder eine interessante, die Mittel des Theaters austestende und kreativ einsetzende Inszenierung. Es bleibt aber zu hoffen, dass Sobotka bis zum nächsten Mal noch viele weitere, neue Kniffe einfallen. Auf und aus Holz gebaute Podeste, die dritte Wand durchbrechen und direkte Zuschaueransprache sowie Improstrecken gefallen und gehören zum Stil, aber man erwartet sie schon fast – überrascht wieder! Begeistert, wie ihr es schon oft getan habt!
blog4tickets - Kulturreferat ÖH Uni Graz